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Was bisher geschah

Hallo, Freunde der aufgehenden Sonne!

Seit meinem letzten Beitrag ist viel passiert. Neue Entscheidungen, neue Wege, neue Freunde, neue Herausforderungen und wundervolle Erlebnisse!

Doch fangen wir da an, wo der letzte Eintrag aufgehört hat.

 

Ich habe mich für die zweite Bewerbungsrunde im Hotel Hakunso (白雲荘) entschieden und auch dieses Gespräch lief erstaunlich gut. Keine zwei Wochen später hatte ich die Zusage in der Tasche und konnte beginnen, mich um mein Visum zu kümmern.

Doch was für ein Visum braucht man eigentlich, um in einem Ryokan zu arbeiten??


Das was die große Preisfrage, die gelöst werden wollte.


Nach einigen Stunden Google und vielen Webseiten später, zeigte sich mir immer wieder das Wort "Special Skill Visa" (特定技能ビザ), welches es einem erlaubt, nicht nur am Empfang zu arbeiten, sondern auch im Restaurant Essen auszugeben, die Zimmer vorzubereiten oder Souvenirs zu verkaufen.

Um dieses Visum jedoch zu erhalten, muss man ein Japanisch Level von mindestens JLPT N4 vorweisen und einen sogenannten "Test zur Bewertung der Fähigkeiten im Beherbergungsgewerbe" (宿泊業技能測定試験) bestehen.

Für das erste Zertifikat gibt es zwei Möglichkeiten. Entweder den JLPT selbst im gewünschten Level bestehen, oder am JFT-Basic (Japanisch Basis Test) teilzunehmen und mit möglichst guter Punktzahl zu bestehen.

Da der JLPT im Dezember etwas spät gewesen wäre, und ich mich schon für das viel höhere Level N2 angemeldet hatte, blieb mir nur der JFT-Basic übrig. Diesen bestand ich mit 97 % und hatte somit das Zertifikat sicher.


Nun musste ich nur noch die Hürde des Beherbergungstestes bestehen. Das Problem hierbei war, dass der Test im Jahr nur vier Mal angeboten wird und ich die letzte Chance auf Anmeldung für 2022 um zwei Wochen verpasst hatte. Für 2023 war der erste Termin zum Glück am 26. Januar angesetzt, was mit genug Zeit zur Vorbereitung gab.

 

Doch rennen wir nicht allzu sehr in die Zukunft mit den Erzählungen. Zeitlich befinden wir uns noch am Anfang des Monats November 2022 und damit steht uns noch das sogenannte 7-5-3 Fest (Shichi-Go-San) bevor, bei welchem die Gesundheit der Kinder, welche eines der bestimmten Alter erreicht haben, gefeiert wird. Ich hatte die Ehre, dies mit meiner Gastfamilie und natürlich im Kimono zu feiern. Im Fokus des Events stand die kleine Wakana, hier im knallroten Kimono, welche letztes Jahr 7 Jahre alt wurde.

Auf dem Bild ganz links seht ihr mich, Wakana und meine Gastschwester aus Taiwan, Eri. Sie kam drei Monate nach mir zur Gastfamilie und ist mir sehr ans Herz gewachsen. Im rechten Bild sehr ihr in der Mitte meine Gasteltern und Wakana's großen Bruder, Tokiyoshi (10 Jahre alt).


Ich denke, unsere Dynamik kann man aus den Bildern schön herauslesen. ;-)


Vielleicht fragt ihr euch nun, ob wir die Kimonos auf den Bildern selbst angezogen haben. Diese Frage kann ich stolz mit ja beantworten. Ich besuchte, gemeinsam mit meiner Gastmama (im Bild der gesamten Familie rechts hinter mir), alle zwei Wochen den Kimono Zirkel bei uns im Gemeinschaftshaus. Eine gut durchmischte Gruppe von Kimono interessierten, angeleitet von einer strengen, doch liebevollen Lehrerin. Letztere bereitete mich ebenfalls auf den im Januar durchgeführten Kimono-Contest vor. Den Beitrag dazu werde ich später HIER verlinken.


Zusätzlich dazu besuchte ich allein, jede Woche 1 Mal, einen Kimono Kurs in einer anderen Kimono Schule, welche in der Nähe meines damaligen Arbeitsortes Nihonbashi ist. So gestalteten sich meine Wochen im November und Dezember, mit Wochentags Japanisch-Schule, Wochenende Arbeit in der Touristeninformation in Nihonbashi und hier und da die kulturellen Lehrstunden bestehend aus Kimono-Unterricht und Teezeremonie-Stunden.



Der November zog ins Land und schwupp's stand der Dezember mit dem JLPT vor der Tür. Diesmal waren es nicht 19 Punkte, die zum Bestehen gefehlt haben, sondern nur vier! Sehr ärgerlich, aber nicht zu ändern. Dieses Jahr im Dezember werde ich den dritten JLPT N2 Anlauf starten und mit Sicherheit bestehen. Ich merke jetzt schon, wie mir mein neuer Beruf hilft, Japanisch nicht nur sprechen und sehr gut hören zu können, sondern auch zu lesen und zu schreiben. Ich bin sehr dankbar, dass ich hier in alle Prozesse mit einbezogen werde und dadurch sehr intensiv lernen kann.


Doch bleiben wir noch beim Dezember. Denn mit dem Jahresende neigt sich auch meine Schulzeit dem Ende zu. Ich war mehr als überrascht, wie schnell ein Jahr und drei Monate vergingen. Davon ein halbes Jahr Nacht-Unterricht von 1 Uhr Nachts bis 4 Uhr Morgens, Montag bis Freitag, sechs Monate lang. Dann der Umzug nach Japan, das Leben mit meiner Gastfamilie und endlich wieder zu Hause sein. Es ist viel passiert in den neun Monaten, in welchen ich wieder in meinem Heimatland weile. Neun Monate, in denen ich mit jedem Tag mehr das Gefühl hatte, endlich dort angekommen zu sein, wo ich hingehöre.


Im nächsten Beitrag geht es um meine Zeit nach meinem Schulabschluss und ich werde etwas näher auf die Herausforderung des Visums eingehen, sowie euch mitnehmen in einen Landstrich Japans, den ich seit meinem ersten Besuch 2015 ins Herz geschlossen habe.


Gehabt euch wohl und freut euch schon auf den nächsten Beitrag.


Eure Tanja

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