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Zori, Geta, Setta...

Aktualisiert: 21. Mai

Na was denn nun? Welche, wann anziehen? Und musste da hinten nicht irgendwie die Ferse überstehen?


Das waren nur einige der Fragen, mit welchen mich eine Freundin letztens bombardierte. Sie hatte sich eine Yukata und dazugehörige Schuhe gekauft. Jetzt stand sie jedoch vor Fragen, welche ihr in den Kommentaren der Produkte leider nicht beantwortet wurden. Also wandte sie sich an mich. "Denn du hast davon ja Ahnung!" waren ihre Worte. Also kramte ich in meinem Gehirn und einigen Internetseiten, bis ich die Antworten gefunden hatte. Hier also eine Zusammenfassung zum Thema:


Traditionelles japanisches Schuhwerk


Beginnen wir mit einer Auflistung der Schuhe, die es im Laufe der japanischen Geschichte gab und heute noch gibt:


  1. Geta: Eine traditionelle Holzsandale mit erhöhter Sohle, die oft von Männern und Frauen getragen wird.

  2. Zori: Eine flache Sandale mit einer Sohle aus Reisstroh, Leder oder Gummi, die oft von Frauen getragen wird, besonders zu formellen Anlässen wie Hochzeiten.

  3. Setta: Eine Art von Zori mit einer steiferen Sohle, die oft von Männern getragen wird.

  4. Okobo: Eine erhöhte Sandale, die oft von Maiko (Lehrlingen in der Geisha-Tradition) getragen wird.

  5. Ashida: Eine Art von Holzsandale, die von Bergarbeitern und Wanderern getragen wurde.

  6. Waraji: Eine Sandale aus geflochtenem Stroh oder Hanf, die von Bauern und Handwerkern getragen wurde.

  7. Jika-tabi: Eine Art von Tabi mit einer Gummisohle, die oft von Arbeitern und Handwerkern getragen wird.

  8. Nagagutsu: Lange Stiefel, oft aus Gummi, die von Reisbauern und Anglern getragen werden.

  9. Uwagutsu: Traditionelle japanische Stiefel, oft aus Leder, die von Samurai und anderen historischen Figuren getragen wurden.

  10. Jikatabi: Eine Art von leichter Stiefel, oft mit einer geteilten Zehenkappe, die oft von Landarbeitern und Gärtnern getragen wird.

  11. Kanagutsu: Hohe Stiefel, die von Samurai und anderen Kriegerklassen während des Regens getragen wurden.



Im vorliegenden Beitrag konzentrieren wir uns jedoch auf drei Arten von Schuhe, welche in Japan am häufigsten getragen werden. Geta, Zori und Setta.


  1. Geta: Geta sind traditionelle japanische Holzsandalen mit erhöhten Sohlen, die durch zwei Holzstücke, die unter der Ferse und dem Ballen platziert sind, angehoben werden. Die Sohlen sind oft mit einem Riemen aus Stoff oder Leder verbunden, der über den Fußrücken verläuft. Geta werden oft im Sommer getragen, um die Füße vom heißen Boden fernzuhalten, und sie werden sowohl von Männern als auch von Frauen getragen. Sie sind in verschiedenen Stilen und Höhen erhältlich, abhängig von der Form und Größe der Holzsohlen.

  2. Zori: Zori sind flache Sandalen mit einer Sohle aus Reisstroh, Leder oder Gummi. Sie werden oft von Frauen getragen und sind besonders bei formellen Anlässen wie Hochzeiten oder traditionellen Festen beliebt. Zori haben normalerweise einen Riemen, der den Fußrücken umschließt und oft mit eleganten Stoffen oder Verzierungen verziert ist. Sie sind bequem und bieten eine gewisse Eleganz und Tradition.

  3. Setta: Setta ähneln Zori, sind jedoch robuster und haben oft eine steifere Sohle. Sie werden häufig von Männern getragen und sind weniger für formelle Anlässe geeignet als Zori. Setta haben auch Riemen, die den Fußrücken umschließen, und sie können aus verschiedenen Materialien hergestellt sein, einschließlich Leder oder Hanf. Sie sind langlebig und eignen sich gut für den täglichen Gebrauch im Freien.


Da ihr jetzt einen groben Überblick über die Thematik habt, kommen wir zum Tragen der Schuhe selbst. Im Gegensatz zu europäischen Schuhen werden Geta und Zori ein paar Größen kleiner gekauft, als der Fuß am Ende lang ist. Mein Fuß zum ist 25.5cm lang und wenn ich Schuhe kaufe, sind diese meistens 25cm oder sogar 24.5cm lang. Die Schuhe sind so konzipiert, das die Ferse hinten ein paar Zentimeter überragt. Dies hat nicht nur optische, sondern vor allem praktische Gründe.


  1. Schutz der Sohle: Indem die Ferse über den Schuh hinausragt, wird vermieden, dass die Sohle direkt auf den Boden trifft, was dazu beiträgt, die Sohle vor Verschleiß und Beschädigungen zu schützen.

  2. Erhöhte Stabilität: Die überstehende Ferse hilft dabei, die Stabilität beim Gehen zu verbessern, insbesondere auf unebenem oder rutschigem Gelände. Er fungiert als zusätzlicher Hebel, der das Gleichgewicht halten erleichtert.


Auch die Zehen werden, anders als bei Flipp-Flops, nicht bis nach ganz vorn geschoben.

Der Maetsubo, der mittlere Teil des Zehenstegs, der mit der Plattform verbunden ist, soll nicht in die Lücke zwischen dem großen Zeh und dem Zeigezeh eingeklemmt werden. Er wird so platziert, dass er etwas Platz zum Fußansatz hat, sodass der Zehensteg leicht zwischen den Zehen ruht. Hier ein Bild zur Veranschaulichung der etwas komplizierten Erklärung.



Das ganze gilt nicht nur für Geta, Zori und Setta, sondern für alle anderen, traditionell japanischen Schuharten ebenfalls.

 

Zusammengefasst kann man also sagen:


  • Schuhe immer 1-2cm kleiner kaufen, als der Fuß eigentlich lang ist.

  • Hacken steht hinten 1-2 cm über.

  • Zehensteg nicht bis zum Fußansatz hinter schieben, sondern etwas Platz lassen.

  • Beim Laufen die Zehen anziehen/ankrallen, damit man nicht schlurft.


Ich hoffe, das hat jetzt alle Klarheiten beseitigt und ihr wisst jetzt, wie man japanische Schuhe kauft und natürlich auch trägt. Falls ihr noch weitere Fragen zu dem Thema habt, schreibt sie unten in die Kommentare. Ich versuche sie so gut es geht zu beantworten.

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