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Meine Kimonoreise - Teil 1

Ihr Lieben, viele von euch wissen, dass ein sehr alter und doch alltäglicher Bestandteil der japanischen Kultur es mir unglaublich angetan hat. Ich rede hier nicht von den Onsen oder von der Teezeremonie, nein, ich rede von Kimonos. Dem traditionellen Gewand, zu welchem ein bisschen mehr dazu gehört, als es sich einmal anziehen zu lassen, um damit durch die Straßen einer alten japanischen zu wandeln. Kimonos bedeuten für mich eine tiefe Verbundenheit mit den Menschen hier in Japan und ihrer Geschichte. An dieser Stelle möchte ich euch mitnehmen, auf eine Reise von 2015 bis heute, Start 2024. Ich möchte euch mitnehmen auf meinen Weg und euch von den Wundern erzählen, welche ich bisher erlebt habe.

 

Beginnen wir mit meiner ersten Reise nach Japan. Nach meinem etwas holprigen Start in meine erste Reise traf ich während meines Aufenthaltes bei meiner ersten Gastfamilie ein Mädchen mit, ich glaube vietnamesischen Wurzeln, jedoch in Deutschland aufgewachsen. Im Beitrag "Schnelle Zeit oder nimm mit, was geht" auf meinem alten Blog, könnt ihr den gesamten Beitrag noch einmal lesen.


Bevor es für mich damals weiter nach Nagoya ging, hatten wir uns vorgenommen nochmal eine Tour durch Tokyo zu machen. Wir waren im Einkaufszentrum Sunshine City in Ikebukuro, als wir an einem Kimono laden vorbeikamen. Und ich zitiere mich selbst:

"Bevor wir das Center verließen, steuerten wir noch in ein Kimono Geschäft. EIGENTLICH wollten wir nur schauen wie viel so ein Kimono kostet, doch am Ende lief es darauf hinaus, das Yumo und ich jeder einen Kimono anprobierten und ich mir einen Kimono und einen Obi (Gürtel) kaufte. Es ist ein wahnsinnig schönes Gefühl einen Kimono zu tragen, vor allem wenn du das Gefühl hast er gehört zu dir. "


Ich denke, dies war der erste Moment, in welchem ich einfach nur verliebt war! Ich fühlte mich wunderschön, wie eine Prinzessin, die ihren gläsernen Schuh gefunden hatte. Wenn ich der kleinen, süßen Tanja von damals erzählen würde, was bis heute alles nur in Bezug auf unsere Kimono-Reise passiert ist, das glaubt sie mir nicht.

Exakt dieser Kimono wurde von mir 2016 zum ersten Mal zum Hatsumode, dem ersten Schreinbesuch des neuen Jahres, getragen und ja, auch davon existieren Bilder!



Für mich waren diese beiden Momente ein Wegbereitender Moment, welcher nicht nur den Weg zu meinem heutigen Leben ebnete, sondern auch meine Begeisterung für dieses Stück der japanischen Kultur entflammte.


Bis ich nach meine Rückkehr aus Japan wieder einen Kimono trug, sollten ein paar Jahre vergehen und ich kann euch gar nicht sagen, was der Auslöser war, der mich wieder in die Kimono-Kiste greifen ließ. Es kann gut sein, dass der innige Wunsch, wieder nach Japan zu reisen, das innere Bedürfnis auslöste dieses Gewand wieder zu tragen, da es für mich eine so starke Verbindung darstellte. Im Sommer 2021 fiel mir meine Yukata in die Hände, welche ich mir 2016, zusammen mit dem roten Obi, bei Jean in Wakayama gekauft hatte. Leider habe ich davon keine alten Bilder mehr. Es fühlte sich nostalgisch an die Yukawa anzuziehen, welche so lange in meinem Schrank vergraben lag. Dies sollte der Startschuss für eine ganz besondere Reise sein.



Abgesehen von der grünen Yukata, meinem schwarzen Kimono, dem roten Obi und dem Kirschblüten Obi hatte ich keine anderen Kimonos, geschweige denn wusste ich, wie man diese korrekt anzieht. Also wurden Youtube und Instagram gestresst und bald fand ich Lehrer, Freunde und eine Community, welche mich mit offenen Armen in ihren Reihen aufnahmen und mit denen ich bis heute eng in Kontakt stehe.

Eine Freundin möchte ich an dieser Stelle besonders hervorheben. Nicole, ursprünglich aus Italien und nun mit Kind und Mann in Japan lebend. Sie war es, die mir meine erste Box mit verschiedensten Kimonos nach Deutschland schickte. Dank ihr hatte ich die Möglichkeit, nicht nur zu üben, wie man sich anzieht, sondern auch die verschiedensten Arten von Stoffen kennenzulernen, welche wir in Deutschland nicht so verbreitet sehen.


Und wie mit Tattoos oder anderen Drogen, ist es mit Kimonos so, wenn man einmal damit begonnen hat und die Schönheit, Praktikabilität und Naturverbundenheit erlebt hat, gibt es kein Zurück mehr. Ich belas mich zu verschiedene Obi Arten und zu verschiedenen Arten diese zu binden. Ich schaute YouTube-Videos und probierte bis zum Nervenzusammenbruch, gebadet in Schweiß. Mein Ziel war es, an Weihnachten Kimono zu tragen und einigermaßen ordentlich auszusehen. Wer mich kennt, weiß, dass ich oft sehr hohe Ansprüche an mich und meine Leistungen habe. Auch dieses Mal sollte ich mich wieder einmal selbst übertreffen. (Danke an dieser Stelle an Chris, welcher mich mehr als einmal vor dem "Ach ich schmeiß’ alles hin!" bewahrte.)



Nun kann ich mit Stolz behaupten: Unsere Familie weiß, mit Stil zu feiern. Und ja, ich bin sehr, sehr stolz auf meinen ersten, wirklichen Versuch, mich selbst anzuziehen. Danach ging die Reise natürlich weiter.


Als Japan endlich die Grenzen im März 2022 öffnete, hatten sich nicht nur meine Japanischfähigkeiten stark verbessert, sondern auch meine Kimonoanziehfähigkeiten. Ich begann mir Kimonos und das nötige Zubehör in Secondhand Läden zu kaufen und diese bei jeder Gelegenheit anzuziehen. Da ich, kurz nach dem Beginn meines Sprachunterrichtes im April mit Teezeremonieunterricht begann, hatte ich hier die Möglichkeit Kimono und Yukata zu tragen. Zu Beginn hauptsächlich Yukata, da meine Fähigkeiten noch nicht über das Binden eines halben Obi hinaus.



Ich hatte im April oder Mai meinen Nebenjob in der Touristeninformation in Nihonabshi begonnen, wo ich während meiner Arbeitszeit Kimono und Yukata trug, was mir einen kleinen Vorteil beim Lernen verschaffte. Natürlich waren unsere Obi meist vorgebunden, doch das Anziehen des Kimono selbst und die tägliche Wiederholung taten ihr Übriges zu schnellen und sichtbaren Fortschritten.


Ein weiterer Meilenstein auf meiner Kimono Reise war, ich glaube, es war im Juni oder Juli, als mich meine Gastmutter fragte, ob ich nicht Lust hätte, gemeinsam mit ihr zum Kimono Unterricht in der Gemeindehalle zu gehen. Dies war eine Option, die ich natürlich nicht ungenutzt lassen konnte, geschweige denn das ich wusste, wo sie mich hinführen sollte.



Dies gab mir die Chance unter Anleitung und manchmal doch etwas strenger Aufsicht, meine Fähigkeiten zu erweitern und schon vorhandenes Wissen zu verbessern. Das mich dies nicht nur zu einem Kimono Contest führen sollte, sondern auch dazu mich an einer Kimono Schule anzumelden, hatte ich nicht auf dem Schirm. Diese Dinge entwickelten sich Schritt für Schritt.

 

An dieser Stelle möchte ich einen kleinen Schnitt einlegen. Wir befinden uns im Moment noch nicht auf Höhe der Halbzeit zum jetzigen Zeitpunkt, doch ich finde, für den ersten Beitrag ist das ein guter Anfang. Vielleicht bekomme ich den Rest in einen zweiten Beitrag, vielleicht werden es auch noch zwei Beiträge. Ihr könnt euch auf jeden Fall darauf freuen, zum Thema Kimonos noch so einiges von mir zu hören. Falls ihr Fragen oder Ideen habt, über die ich schreiben könnte, lasst es mich unten in den Kommentaren wissen.

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